Leistenbrüche, Hernien und ihre operative Versorgung

Eine Hernie ist ein Eingeweidebruch, der durch eine Schwachstelle der Bauchwand entsteht. Durch diese können die Organteile des Bauchraums nach außen vorfallen, wodurch eine äußerlich tast- und sichtbare Ausstülpung entstehen kann. Hernien bestehen grundsätzlich aus einer Bruchpforte und einem Bruchsack, der gegebenenfalls den Bruchsackinhalt enthält. Dabei variiert sowohl die Größe der Bruchpforte als auch der Bruchsack. Eine Verlagerung von Organteilen durch eine Bruchpforte ist auch innerhalb der Körperhöhlen möglich und wird dann als innere Hernie bezeichnet.

Krankheitsbild

Wenn eine Hernie bereits entstanden ist, kann der Bruchsack und die Bruchpforte durch gewolltes Husten verstärkt und deutlich hervorgehoben werden. Dadurch wird die Diagnostik vereinfacht. Nachdem der Anfangsverdacht einer Hernie bestätigt ist, folgen weitere, eingehende Untersuchungen, um den Befund zu bestätigen. Hierzu können beispielsweise bildgebende Verfahren genutzt werden. Erst nach der differenzierten Diagnose kann das passende Verfahren für die Operation gewählt werden, das dann auf die jeweilige Art der Hernie abgestimmt ist.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose einer Hernie erfolgt in erster Linie durch die Befragung des Patienten zu seiner Krankengeschichte (Anamnese) und eine anschließende körperliche Untersuchung. Vor allem größere und äußere Hernien, wie beispielsweise der Leistenbruch, der Nabelbruch oder der Narbenbruch, lassen sich so in der Regel recht schnell und einfach diagnostizieren.

Weiterführende apparative Untersuchungen, wie die Ultraschalluntersuchung (Sonografie), die Röntgenuntersuchung, die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT), werden im Rahmen der Hernien-Diagnostik normalerweise nicht durchgeführt. Sie können aber unter Umständen notwendig werden, wenn es sich um kleinere oder innere Hernien handelt, die für den Arzt nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Darüber hinaus werden diese weiterführenden Untersuchungen auch eingesetzt, um im Rahmen der Differentialdiagnostik andere Krankheiten auszuschließen und um im Vorfeld einer Hernien-Operation das genaue Vorgehen zu planen. Folgende Operationsmethoden stehen zur Verfügung:

  • Epigastrische Hernien (Bruch im Oberbauch):
  • Direktnaht, Netzherniotomie, laparoskopisches IPOM
  • Laparastoma (Bruch der kompletten vorderen Bauchhdecke):
  • Netzherniotomie (ev. in Kombination mit Ramirez)
  • Leistenhernien (Leistenbruch):
  • Shouldice, Lichtenstein, TEP, TAPP, Rutkow, Stoppa
  • Nabelhernien (Nabelbruch):
  • Direktnaht, Netzherniotomie, laparoskopisches IPOM
  • Narbenhernien (Narbenbruch nach Operationen)
  • Netzherniotomie, lap. IPOM, OP n. Ramirez
  • Schenkelhernien (Schenkelbruch):
  • TEP

Hernien in Zahlen

Leistenbrüche

20.000.000

werden im im Laufe Ihres Lebens weltweit operiert,

eine Milliarde sind jedoch betroffen

Leistenbrüche

275.000

werden deutschlandweit operiert,

laut Schätzungen der internationalen Herniengesellschaften

Bauchwandbrüche

100.000

werden deutschlandweit operiert,

laut Schätzungen der internationalen Herniengesellschaften

Leiter des Hernienzentrums

Chefarzt

Prof. Dr. med. Thomas Werner Kraus, MBA, FACS

Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Transplantationschirurgie

Telefon
E-Mail liermann.gabriele(at)khnw(dot)de