Lungenerkrankungen / Brustkorb

Lungenkrebs, Lungenmetastasen

Von Lungenkrebs, oder auch einem Lungenkarzinom, spricht man, wenn innerhalb des Lungengewebes selbst bösartige Neubildungen (maligne Tumoren) entstehen. Sind Tumoren in der Lunge dagegen Tochtergeschwülste von Krebs in anderen Organen, nennt man sie Lungenmetastasen. Weil man Lungenkrebs nur selten heilen kann, ist er jedes Jahr für die meisten Krebstoten verantwortlich. Der Grund für ein Lungenkarzinom ist ein unkontrolliertes Wachstum bestimmter Zellen. Weil natürliche Kontrollmechanismen des Körpers ausfallen, können sich diese Zellen ungehindert und viel zu schnell vermehren. Dadurch verdrängen sie zunehmend gesundes Lungengewebe. Zudem können sich die krankhaften Zellen über Blut – und Lymphbahnen verbreiten und andere Organe befallen. Man nennt solche Absiedlungen Lungenkrebs-Metastasen.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom (SCLC)

Das kleinzellige Bronchialkarzinom wächst sehr schnell und kann zu besonderen Symptomen führen.

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (NSCLC)

Die nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinome sind häufiger als die kleinzelligen und haben eine bessere Prognose.

Symptome

Wenn ein Tumor in ein Organ oder Gewebe einwächst, spricht man von einem infiltrativen Wachstum. Bei Lungenkrebs entsteht der Tumor im Lungengewebe und wächst häufig in die Luftwege der Lunge (Bronchien, Bronchiolen) ein. Dem Ort des Geschehens entsprechend, zeigen sich im Laufe der Erkrankung oft typische Anzeichen.

Lungenkrebs führt dann zu:

  • langwierigen Hustenattacken (länger als drei Wochen dauernden). Diese klingen auch durch eine Behandlung mit Medikamenten wie Antibiotika kaum oder gar nicht ab.
  • Lungenentzündungen (Pneumonien), die nicht auf die Behandlung ansprechen. Sie können bei Menschen über 40 Jahren ein Lungenkrebs-Anzeichen sein.
  • Blutbeimengungen im Auswurf (Hämoptysen). Dies ist meist ein spätes Anzeichen für Lungenkrebs.
  • Atemnot (Dyspnoe)

Operationsmöglichkeiten

  • Entfernung eines Lungenlappens (Lobektomie)
  • Entfernung von zwei Lungenlappen (Bilobektomie)
  • Entfernung eines Lungenflügels (Pneumonektomie)
  • Auch Entfernung von Rippen oder Teilen des Zwerchfelles möglich

Dank unserer Expertise im Bereich der Minimal-Invasiven Chirurgie können viele dieser Operationen als minimalinvasive "Schlüsselloch-Operationen" schonend durchgeführt werden. Alle therapeutischen Maßnahmen erfolgen grundsätzlich in Absprache mit den behandelnden Pneumologen.

Diagnose und Therapie

Der Ablauf vom Verdacht bis zum Beweis eines Bronchialkarzinoms verläuft in mehreren Schritten:

Zu den bildgebenden Verfahren gehören die Computertomografie von Brustkorb und Bauchraum, Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels und eine Untersuchung des Knochenstoffwechsels. Danach folgt ein PET-CT (Positronen-Emissions-Tomografie) in Kombination mit MRT des Schädels. Bei der Bronchoskopie kann wird Gewebe entnommen, um eine feingewebliche Untersuchung vornzunehmen. Damit kann festgestellt werden, um welchen Tumortypen es sich handelt. Es folgen noch Belastungstests und Belastungsuntersuchungen.

  • Beim Nicht-Kleinzelligen Lungenkarzinom wird operiert, wenn es nicht metastasiert ist, ansonsten wird es mit einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie behandelt.
  • Das Kleinzellige Lungenkarzinom wächst aggressiver und führt häufiger zu Metastasen. Therapiebasis ist daher die Chemotherapie, wobei Frühstadien danach auch operiert werden können.

Lungenmetastasen

Im Rahmen des chirurgischen Behandlungskonzeptes steht neben dem Erhalt von gesundem Lungengewebe die komplette Entfernung der Metastasen im Vordergrund. Hier gibt es verschiedene Wege:

  • Laterale Thorakotomie: Die seitliche Brustkorberöffnung bietet den besten Überblick über den Brustkorb, mit seitlicher Inspektion von Lunge und Rippenfell 
  • Mediane Sternotomie: Die Längsdurchtrennung des Brustbeins ermöglicht die Operation beider Lungenflügel, jedoch ist die anatomische Lage der Metastasen zu berücksichtigen
  • VATS: In einigen Fällen können Lungenmetastasen auch minimal invasiv entfernt werden
  • Lymphknotenentfernung: Sie ist angezeigt, um Hinweise auf den weiteren Verlauf der Erkrankung zu erhalten

Wiederholte Operationen von Lungenmetastasen sind möglich und im Einzelfall auch sinnvoll.

Trichterbrust

Bei der Trichterbrust sind die Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen so verändert, dass es zu einem Einsinken des Brustbeins kommt.

Deformation mit Folgen

Die Gefahren:

  • Kompression und Verschiebung des Herzens / verminderte Pumpleistung
  • Vermindertes Lungenvolumen  
  • Skoliose, Lumbalgien, Bandscheibenvorfälle
  • Am meisten leiden die Patienten unter ihrem Aussehen/ starke Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls

Trichterbrust-Operationen

Dieser Film informiert anschaulich über das Thema Trichterbrust. 

Zum Film

Gute Ergebnisse mit modernster Operationstechnik

  • Minimal invasive OP-Technik mit zwei kleinen zwei cm-Schnitten nach Dr. Nuss via Bildschirm
  • Ein individuell ausgemessener und vorgebogener Metallbügel wird unter das Brustbein geschoben
  • Dieser drückt das eingesunkene Brustbein und die betroffenen Rippen nach außen 
  • Das Ergebnis ist sofort sichtbar 
  • Der / die Metallbügel müssen mindestens drei Jahre belassen werden
  • Bei stark verdrehtem Brustbein führt diese OP nicht zum gewünschten Ergebnis

 Voraussetzung für eine Kostenübernahme der Krankenkasse:

  • Spiroergometrie
  • Herzechokardiografie
  • CT Thorax zur Berechnung des Haller Index
  • Kernspintomografisch gemessene Beweglichkeit des Herzens

Thymom / Thymuskarzinom

Der Thymus ist bis zur Pubertät an der Produktion von Immunzellen beteiligt. Er liegt im vorderen Mittelfellraum (Mediastinum). Später degeneriert die Drüse und lagert Fett ein.

Erkrankungen des Thymus

  • Thymome (häufig Myasthenia gravis)
  • Thymuskarzinome können metastasieren. Symptome können Atemnot, Schluckbeschwerden, Druckgefühl hinter dem Brustbein, obere Einflussstauung, Husten und Heiserkeit sein

 

 

Therapie

  • Operative Entfernung der Thymome oder Thymuskarzinome, häufig über minimal invasiven Eingriff als VATS (videothorakoskopische) Thymusresektion (Entfernung) 
  • In fortgeschrittenem Stadium über eine Spaltung des Brustbeines (Sternotomie) oder eine seitliche Öffnung des Brustkorbes (Thorakotomie) 

Metastasierte Tumore werden onkologisch (Chemotherapie, Strahlentherapie) therapiert und evtl. operiert

Pneumothorax

Diagnose

Pneumothorax ist die Ansammlung von Luft im Brustkorb. Die Lunge kann sich nicht mehr ausdehnen und fällt zusammen. Die Luft kann durch ein geplatztes Lungenbläschen (Spontanpneumothorax) oder von außen durch eine Verletzung als traumatischer Pneumothorax entstehen.

  • Häufige Ursache sind Unfälle
  • Zigarettenrauch begünstigt die Entstehung
  • Diagnostik: Röntgenaufnahme in seltenen Fällen auch eine Computertomografie (CT)

Therapie

  • Ein kleiner Pneumothorax kann sich u.U. selbst resorbieren - d.h. die Patienten werden nur überwacht
  • Die Operation wird als minimal invasiver Eingriff über zwei 1 cm-Schnitte im VATS-videothorakoskopischen Verfahren ausgeführt
  • Der Krankenhausaufenthalt liegt bei ca. 6-7 Tagen

Nach einer OP liegt das Risiko eines erneuten Pneumothorax bei 5-7%

Alle therapeutischen Maßnahmen erfolgen grundsätzlich in Absprache mit den behandelnden Pneumologen.

Pleuraerguss

Diagnose

Der Pleuraerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung zwischen der Lungenoberfläche und der Brustwand. Er hindert die Lunge daran, sich auszudehnen. Das führt zu Luftnot bei körperlicher Anstrengung, bzw. im Ruhezustand.

Gutartige Pleuraergüsse sind bedingt durch:

  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Rippfellentzündungen (Pleuritis) 

Bösartige Pleuraergüsse (Pleurakarzinose) werden durch Tumorbefall im Lungen- und Rippenfell hervorgerufen. 

Therapie

  • Der Erguss wird punktiert, um die Flüssigkeit abzulassen
  • Evtl. Spiegelung des Brustkorbes mithilfe minimal invasiver Technik, um die Ursache zu klären
  • Gleichzeitig wird eine Verklebungsoperation (Pleurodese) mit medizinischem, sterilem Talkum durchgeführt  
  • Evtl. Abziehen des Rippenfells (Pleurektomie) mit dem Ziel einer Verklebung 
  • Evtl. kleinlumiger Dauerkatheter für den Brustkorb mit dem Ziel einer Verklebung 

Alle therapeutischen Maßnahmen erfolgen grundsätzlich in Absprache mit den behandelnden Pneumologen.

Lungenemphysem

Diagnose

Das Lungenemphysem ist eine irreversible Zerstörung der Lungenbläschen (Alveolen). Die Sauerstoffaufnahme der Lunge ist vermindert, so dass es zu einer stetig nachlassenden Lungenfunktion, Atemnot und verminderter Leistungsfähigkeit kommt.

Ursachen:

  • Zigarettenrauch
  • Silikate
  • Feinstaub
  • Chronische Entzündungen
  • Genetische Faktoren (Alpha-1-Antitrypsinmangel)

Therapie

Bei leichteren Formen:

  • Reduktion der inhalativen Giftstoffe
  • Inhalative Medikamente: Sprays 

In bestimmten Fällen: 

  • Lungenvolumenreduktion (operative Entfernung des kranken Lungengewebes) mithilfe minimal invasiver Technik
  • Evtl. Lungentransplantation


Alle therapeutischen Maßnahmen erfolgen grundsätzlich in Absprache mit den behandelnden Pneumologen.


Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Entzündung des Lungengewebes. Sie wird von Infektionserreger wie Viren oder Pilze – am häufigsten aber durch Bakterien verursacht. Seltener entsteht eine Pneumonie durch die Inhalation giftiger Stoffe oder durch eine Fehlregulation des Immunsystems. Fast die Hälfte aller Lungenentzündungen bei jungen Patienten wird auf die Bakterienart Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) zurückgeführt.

Unterscheidung primäre und sekundäre Pneumonie

Per Pneumonie-Definition wird die primäre von der sekundären Lungenentzündung abgegrenzt. Erkrankt ein gesunder Mensch ohne wesentlichen gesundheitlichen Risikofaktoren an einer Lungenentzündung, so sprechen Mediziner von einer primären Lungenentzündung. Bei einer sekundären Lungenentzündung liegt hingegen ein die Krankheit begünstigender Faktor (wie Asthma, COPD, Herzinsuffizienz, etc.) oder ein bestimmtes auslösendes Ereignis vor.

Symptome

Gerade noch gesund und plötzlich krank: Ein jäher Krankheitsbeginn ist typisch für eine Lungenentzündung. Anzeichen wie ein allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche zählen zu den ersten Beschwerden.

Weitere Symptome einer Lungenentzündung:

  • Fieber
  • Husten mit Auswurf (produktiver Husten) oder trockener Husten
  • Schüttelfrost
  • Atemnot (bei schwerer Lungenentzündung)

Diagnose und Therapie

Zur Diagnose der Lungenentzündung gehört das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop. Bei einer Röntgenuntersuchung können Ausmaß und Lage der Entzündung ermittelt werden. Entzündete Stellen sind im Röntgenbild als Verschattung oder Verdichtung zu erkennen, die heller erscheinen, als ihre Umgebung. Um den Erreger der Lungenentzündung konkret nachweisen zu können, ist eine Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie) erforderlich, da eine Laboranalyse des ausgehusteten Schleims meist zu ungenau ist. Eine Blutuntersuchung liefert ebenfalls Hinweise auf eine Entzündung. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) stark erhöht.

Die Behandlung bei Lungenentzündung richtet sich nach der Ursache der Entzündung, dem Alter des Patienten und eventuell bestehenden Begleit- oder Vorerkrankungen. Sie umfasst medikamentöse und allgemeine Behandlungsmaßnahmen.

Chefärztin der Klinik für Thoraxchirurgie

Dr. med. Veit
Chefärztin

Dr. med. Stefanie Veit

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veit.stefanie@khnw.de

Leiter der Sektion Pneumologie

Sektionsleiter

Dr. med. Markus Kindermann

Internist, Pneumologe

Telefon
Fax (069) 7601 - 3614
E-Mail spiller.waltraud(at)khnw(dot)de

Leiter der Sektion Thoraxonkologie

Oberarzt

PD Dr. med. Akin Atmaca

Sektionsleiter Thoraxonkologie

Telefon
Fax (069) 769932
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