Schlafbezogene Atmungsstörungen

Bei den schlafbezogenen Atmungsstörungen handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen es während des Schlafs zu einer Verschlechterung der Atmung oder sogar zu längeren Atempausen kommt. Die Erkrankungen werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: Schlafbezogene Atmungsstörungen ohne Einengung (Obstruktion) oder mit Einengung der oberen Atemwege. Das häufigste Krankheitsbild stellt hierbei das obstruktive Schlafapnoesyndrom dar.

Definitionen verschiedener schlafbezogener Atemstörungen:

  • Arousal: Zentralnervöse Aktivierung (Weckreaktion) mit kurzer Unterbrechung des Schlafs für 3-15 Sekunden.
  • Apnoe: Sistieren des Luftflusses an Nase und Mund für mindestens 10 Sekunden
  • Hyponoe: Reduktion des Luftflusses um 30 bis 50 Prozent
  • Obstruktives Schnarchen bzw. Respiratory Effort Related Arousal (RERA): Sequenz von Atemzügen, die durch eine erhöhte Atemanstrengung zu einem Arousal führt.
  • Upper Airway Resistance Syndrom (UARS): Erhöhte Atemanstrengung durch Obstruktion im Bereich der oberen Atemwege, die zu einem Arousal führt.
  • Habituelles Schnarchen: Schnarchen, das nicht zu Arousalreaktionen führt.

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom

Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom, das zu den häufigsten schlafbezogenen Atemstörungen zählt, kommt es durch eine zu starke Erschlaffung eines Teils der Rachenmuskulatur im Schlaf zum Schnarchen und zu Atemstillständen durch einen Verschluss im Rachenbereich. Hierbei versucht der Körper weiterhin durch Atembewegung und Erhöhung der Atemanstrengung zu atmen. Durch die Atempausen resultieren Sauerstoffmangelsituationen, eine erhöhte Atemanstrengung (Atemarbeit) und dadurch die Induktion von Arousalreaktionen. Folge ist eine Störung der Schlafqualität. Zudem kommt es im Rahmen der Arousalreaktionen zu unregelmäßigem Herzschlag und nächtlichen Bluthochdrucksituationen, so dass langfristig eine Belastung des Herz-Kreislauf-Systems resultiert.

Krankheitsbild

Die Leitsymptome sind unregelmäßiges Schnarchen, nächtliche Atempausen, Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung am Tag. Weitere Symptome sind unruhiger Schlaf, Durchschlafstörungen, Wasserlassen, Herzrasen und Schwitzen in der Nacht, Erwachen mit Atemnot und Kopfschmerzen am Morgen. Viele Patienten klagen über depressive Verstimmungen, Impotenz, Libidoverlust, Leistungs- und Konzentrationsschwäche.

Ein unbehandeltes Schlafapnoesyndrom kann durch den nächtlichen Blutdruckanstieg und Sauerstoffmangel langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen. Andere Krankheitsbilder werden hierdurch begünstigt.

Vor allem bei Patienten mit mehr als 20 Atmungsstörungen pro Stunde Schlaf, mit starken Sauerstoffentsättigungen ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Die Lebenserwartung ist deshalb bei unbehandeltem Schlafapnoesyndrom reduziert.

Diagnose und Therapie

Zur Erkennung und Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen sowie neurologischen (z.B. PLMS, Narkolepsie) und nicht organischen Schlafstörungen (Schlafwandeln, Traumschlafverhaltensstörungen) verfügt die Pneumologie am Krankenhaus Nordwest über sechs Schlaflaborplätze und zwei mobile Screening-Messplätze.

Durch das Schlaflabor ist in der Klinik auch die Durchführung von nicht invasiven Beatmungstherapien möglich, hierzu steht eine Intensiv-Überwachungseinheit zur Verfügung. Außerdem besitzt das Schlaflabor zwei transkutane Kapnometrie-Einheiten, die eine Bedside-Einstellung/ -Überwachung von Patienten mit erschöpfter Atempumpe erlauben.

Chefarzt der Medizinischen Klinik

Chefarzt

Prof. Dr. med. Siegbert Rossol, M.Sc.

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