Myasthenia gravis

Bei der Myasthenia gravis ("schwere Muskelschwäche") handelt es sich um eine Nervenkrankheit, die zu einer Muskelschwäche bis hin zu Ausfällen von ganzen Muskelpartien führt. Ursache ist eine Störung der Impulsübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Unter Belastung und Stress nimmt die Muskelschwäche zu, in der Ruhe erholt sich der Muskel wieder. Die Impulsübertragung wird von fehlgesteuerten Antikörpern gestört, es handelt sich also um eine Autoimmunerkrankung.

Symptome

Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten. Frauen erkranken häufiger im jungen, Männer im fortgeschrittenen Erwachsenenalter. Der Verlauf und die Schwere der Erkrankung sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. 

Die Symptome sind zu Beginn der Erkrankung zunächst meistens sehr schwach ausgeprägt. Sie werden bei Müdigkeit und Erschöpfung stärker. 

Typische Symptome sind:

  • schwere, hängende Augenlider
  • Probleme beim Schließen der Augen
  • Doppelbilder
  • Veränderungen der Mimik
  • Sprachstörungen (verwaschene Sprache)
  • häufiges Stolpern oder Stürzen

Diagnose und Therapie

Da die Myasthenia gravis eine Autoimmunerkrankung ist, kann der krankheitsauslösende spezifische Autoantikörper im Blut nachgewiesen werden. Es handelt sich um einen Acetylcholinrezeptor-Antikörper (Anti-MuSK-Antikörper).

Zu Sicherung der Diagnose wird der Patienten gründlich neurologisch untersucht. Auch eine Computertomografie zur Untersuchung der Thymusdrüse ist angezeigt, das der Thymus bei Myasthenia gravis häufig stark vergrößert ist und sie häufiger von Thymusdrüsenkrebs betroffen sind.

Die Erkrankung kann nicht geheilt, sondern nur symptomatisch behandelt werden. Acetylcholinesterasehemmer und Immunsuppressiva sind beispielsweise wirksame Medikamente, die lebenslang eingenommen werden müssen.

Leiterin des Myastheniezentrums

Prof. Dr. med. Meyding-Lamadé
Chefärztin

Prof. Dr. med. Uta Meyding-Lamadé

Telefon
Fax (069) 7601 - 4440
E-Mail ilzhoefer.susanne(at)khnw(dot)de