Neuromuskuläre Erkrankungen / Myasthenia gravis

Myasthenia gravis ist eine Nervenkrankheit, bei der die Signalübertragung zwischen Nervensystem und Muskeln gestört ist. Myasthenia gravis führt dadurch zu nicht kontinuierlich ausgeprägten Symptomen, bei denen einzelne Muskeln oder Muskelgruppen abwechselnd geschwächt sind oder gar nicht mehr bewegt werden können (insbesondere im Gesicht). Die Schwäche kann ganz spontan auftreten oder im Tagesverlauf langsam zunehmen. Die Ursachen sind bisher unklar. Eine symptomatische Therapie ist möglich, heilbar ist die Erkrankung aber nicht.

Symptome

Die Symptome, die bei Myasthenia gravis auftreten, sind vielfältig und unterscheiden sich von Patient zu Patient. Generell sind verschiedene Muskeln und Muskelgruppen des Skeletts (quergestreifte Muskulatur) durch die Muskelschwäche beeinträchtigt, bei denen Bewegungen mit weniger Kraft oder weniger Genauigkeit ausgeführt werden können. Der Herzmuskel und die Muskulatur der inneren Organe sind bei Myasthenia gravis nicht betroffen, da sie einem anderen Muskeltyp angehören (glatte Muskulatur) und anders mit Signalen versorgt werden.

Diagnose und Therapie

Die Myasthenia gravis gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem bildet Abwehrstoffe, die die Andockstellen (Rezeptoren) für bestimmte Nervenbotenstoffe zerstören. Dadurch wird die Signalübertragung im Körper behindert.

Neben einer gründlichen neurologischen Untersuchung ist bei Verdacht auf Myasthenia gravis auch eine Laboranalyse sinnvoll. Dabei können in einer Blutprobe die für die Erkrankung spezifischen Antikörper nachgewiesen werden (Acetylcholinrezeptor-Antikörper oder Anti-MuSK-Antikörper.

Außerdem kann die Funktion der Kau- und Rachenmuskulatur durch erfahrene Logopäden beurteilt und so der Grad der Myasthenia gravis besser eingeschätzt werden.

Um die Ursache von Myasthenia gravis zu ermitteln beziehungsweise genauer zu erforschen, wird in vielen Fällen eine Computertomografie (CT) durchgeführt, bei der der Thymus genauer untersucht wird. Sowohl ein überproduktiver Thymus als auch ein Tumor im Thymus lassen sich auf CT-Bildern erkennen.

Die Therapie der Myasthenia gravis ist rein symptomatisch mit Hilfe von Medikamenten, die lebenslang eingenommen werden müssen. Dazu gehören Acetylcholinesterasehemmer, Immunsuppressiva, bei schweren Verläufen Plasmapherese oder hochdosierte Immunglobulingabe.

Chefärztin der Klinik für Neurologie

Prof. Dr. med. Meyding-Lamadé
Chefärztin

Prof. Dr. med. Uta Meyding-Lamadé

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