Lebenswichtige Früherkennungsuntersuchungen

Darmkrebsvorsorge

Deutschlandweit gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Doch Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden. Das liegt an der meist sehr langsamen Entstehung von Darmkrebs über noch gutartige Vorstufen (Polypen), die teilweise jahrelang wachsen können, ohne jegliche Beschwerden zu verursachen. Polypen können durch eine rechtzeitig durchgeführte Darmspiegelung (Koloskopie) frühzeitig vor einer möglichen Entartung entdeckt und auch gleichzeitig entfernt werden.

Darmzentrum Therapie

Was ist Darmkrebs?

Unter Darmkrebs versteht man alle bösartigen Tumorerkrankungen des Dünndarmes, des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom). Die bösartigen Tumore gehen in den meisten Fällen aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut („Adenome“, „Polypen“) hervor.

Es handelt sich beim Darmkrebs um sogenannte solide Tumore. Solide Krebserkrankungen charakterisiert eine unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Bei der ständigen Erneuerung unserer Körperzellen, kann es zu Fehlern im Bauplan einer Zelle kommen. Dieser Zellteilungsfehler kann bewirken, dass die Zelle sich nicht mehr an die Regeln ihres eigenen Gewebeverbundes hält, sondern sich chaotisch und ungehindert teilt.

Untersuchungsmethoden zur Früherkennung

Vorsorge rettet Leben! Das gilt vor allem in Hinblick auf Darmkrebs.

2002 wurde die Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie) in das Krebs-Früherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Ab dem Alter von 55 Jahren haben Versicherte seither alle  einen Anspruch auf die Untersuchung, die bei unauffälligem Befund einmal von jedem Versicherten nach zehn Jahren kostenlos wiederholt werden kann. Dabei wird mit einem Endoskop das Innere des gesamten Dickdarms von einem Arzt untersucht, um frühe Vorstadien eines möglichen Dickdarmkrebses frühzeitig zu erkennen und ggf. sofort zu entfernen.

Schon ab dem 50. Lebensjahr gehört das Austasten des Enddarms durch den Finger des Arztes und der Test auf Blut im Stuhl zu den Vorsorge-Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Die empfohlene Häufigkeit von Vorsorgeuntersuchungen richtet sich nach der Einschätzung des individuellen Krebserkrankungs-Risikos durch den betreuenden Arzt nach Erhebung des Familienanamnese und nach Erkennung spezieller individueller Risikokomponenten. Denn bei etwa 25 Prozent der Patienten findet man eine familiäre Häufung der Erkrankung Darmkrebs. Bei fünf Prozent der Darmkrebspatienten liegt das autosomal dominant vererbte hereditäre nicht polypöse kolorektale Karzinom (HNPCC) vor. Da HNPCC-Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko von Tumoren außerhalb des Darms wie etwa Unterleibs-, Eierstock- und Magenkrebs aufweisen, ist hier eine engmaschige Krebsvorsorge notwendig.

Es lassen sich folgende Empfehlungen für die Vorsorge zusammenfassen:

 

 

Personen ohne Darmkrebs in der Familie:
Das Risiko während des gesamten Lebens an Darmkrebs zu erkranken beträgt ca. fünf Prozent.

Empfehlung:

  • Jährlich Stuhltest auf okkultes (verstecktes) Blut ab dem 50. Lebensjah.
  • Koloskopie mit 55 Jahren, bei unauffälligem Befund Kontrolle nach zehn Jahren.
  • Bei Ablehnung der Koloskopie weiter jährlicher Stuhltest auf Blut.
  • Wenn ein Stuhltest positiv ist, eine erneute Koloskopie.

Personen mit Darmkrebs in der Familie (ohne genetischem Syndrom):
Es besteht ein erhöhtes Risiko gegenüber Personen ohne Darmkrebs in der Familie: Das Risiko ist zwei- bis dreifach erhöhnt wenn ein Verwandter 1. Grades an Darmkrebs erkrankt war. Es ist um drei- bis vierfach erhöht, wenn ein Verwandter unter 45 Jahren betroffen war.

Empfehlung:

  • Koloskopie zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten, spätestens mit 50 Jahren.

Personen mit Darmkrebs in der Familie (mit genetischem Syndrom):
Für diese Patienten und ihre Familienangehörigen existieren gesonderte Vor- und auch Nachsorgeempfehlungen, z. B. für Patienten mit HNPCC (= hereditäres nicht-polypöses colorectales Carcinom) oder FAP (= familiäre adenomatöse Polypose).

Empfehlung:

  • Eine jährliche Darmspiegelung wird empfohlen.

Prävention

Darmkrebs entsteht in der Regel spontan aus Wachstums- und Regulationsstörungen der Zellen in der Darmschleimhaut.Es sind keine Lebens- oder Ernährungsregeln bekannt, die das Auftreten von Darmkrebs sicher verhindern können.

Nichtsdestotrotz gibt es Erfahrungsregeln. Manche Lebens- und Ernährungsfaktoren sind zumindest statistisch mit dem Auftreten von Darmkrebs gehäuft verbunden, so dass eine mögliche kausale Beziehung diskutiert oder vermutet wird. Keiner der Faktoren führt jedoch für sich alleine genommen zum Auftreten von Darmkrebs.

Folgende Empfehlungen werden abgeleitet:

  • Achten Sie auf ein normales Gewicht und vermeiden Sie Übergewicht.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Essen Sie eine Vielfalt gesunder Nahrungsmittel, bevorzugen Sie pflanzliche Erzeugnisse sowie Vollkornprodukte. Begrenzen Sie den Verzehr von rotem Fleisch, insbesondere solches mit hohem Fettgehalt.
  • Verzichten Sie auf Zigarettenkonsum.
  • Reduzieren Sie Alkohol-Genuss auf geringe Mengen.
  • Legen Sie sich einen körperlich aktiven Lebensstil zu.